An diesem Wochenende feiert der ansässige Karnevalsverein einen runden Geburtstag. Und so hat man keine Kosten und Mühen gescheut und ein großes Festzelt auf den Festplatz gezimmert. Die Querbeschallung des Festzeltes übernahm ein Rudel baugleicher Bässe, die in gleichen Abständen vor der Bühne platziert waren, seitlich ein Outfill Bass.
Leider hatte der „Systemer“ die Delays vergessen und so kam es zu ungenügender Bassverteilung. Mittig vor der Bühne ein Überhöhung, seitlich quasi kein Bass. Hier einmal mit Meyersound Mapp bei 50 Hz nachempfunden.
Mit etwas Delay wäre das schon homogener gewesen 😉
Bevor eine gebrauchte RAM-Audio S-4044 ihren Dienst antrat kam sie noch einmal auf den Messtisch. Diese vierkanalige Endstufe aus der S-Serie wird nicht mehr gebaut, dennoch bin ich Fan von diesen leichtgewichtigen SNT-Endstufen, die viel Power bei wenig Gewicht haben. Mit sehr guten Rauschwerten, Kanalabweichungen unter 0,05 dB !! (1 kHz) und einem möglichen Gain von 26 dB setze ich sie gerne für Hochtontreiber oder auch 12/1 Boxen ein. Die Messwerte können sich sehen lassen – alle 4 Kanäle liegen in Phase, Magnitude und Rauschspektrum quasi übereinander.
Bei der Reparatur einer iDR-48 fielen mir unterschiedliche Versionen der analogen Input/Out-Karten auf. Der Unterschied der Audio PCB AG 7208 (Issue 2 sowie Issue 5) liegt in der aufwändiger Außenbeschaltung von U20 und U17 (Links, mittig im Bild). Vielleicht weiß jemand mehr dazu?
Nun konnte ich noch eine Karte mit Digital-Out-Option ergattern. Die Outputs I5/I6 und I7/I8 sind somit AES-Outputs (die Blende bzw. Abdeckung dafür ist Eigenbau).
Ein „heimatliches musikalisches Großereignis“ am Anfang nächsten Jahres wirft schon seine Schatten voraus. Hier stellen eine Vielzahl Musiker und Techniker für ein gemeinsames musikalisches Treffen ihre Fähigkeiten und Equipment kostenfrei zur Verfügung. In der Vergangenheit hatte der 2 Zoll Treiber der dort verwendeten Tops eine gewisse klanglichen Eigenart, auch einen deutlichen Einbruch bei 9,2 kHz im Hochtonbereich (grün). Ich erinnere an ganz viele Filter(chen), die ich dort für die klangliche Feinabstimmung gesetzt hatte. Dies erfordert eine Menge Zeit, die oft nicht zur Verfügung steht und so habe ich mich mit der Erstellung und Verwendung von FIR-Filtern auseinandergesetzt. Das Design eines solchen FIR-Filters erfordert präzise Messungen, Erfahrung aber auch Geduld. Jedenfalls ist dieser 2 Zoll-Treiber mit diesem Filter (siehe unten pink) nicht nur messtechnisch (gelb) sondern auch klanglich besser aufgestellt.
Einziger Wermutstropfen ist die zusätzliche Latenz dieses FIR-Filters von knapp 3 ms.
Um lange Kabelstrecken zu überbrücken oder mal eine Brummschleife zu unterbinden werden gerne mal Linetrafos eingesetzt. Ein Vertreter mit günstigem Preis/Leistungsverhältnis ist der LTR-102 von IMG-Stageline. Dieser kompakte Kollege bietet neben dem GroundLift die Möglichkeit der Verpolung des Signals, aber auch das Übersetzungsverhältnis kann von 1:1 (600 Ohm Ausgangsimpedanz) auf 2:1 geschaltet werden, dann aber mit 150 Ohm Ausgangsimpedanz. Hier ein paar Messungen:
Von Oben nach unten: Ganz oben im Bild in blau ein XLR-Kabel 1m lang sowie eines ca. 70 m mit bestehend aus 5 Teilstücken. Beide sind völlig flat und ohne Pegelverlust.
In lila ein LTR-102 1:1 mit ca. 2 dB Durchgangsdämpfung, am unteren Ende fehlt 1 dB.
Grün zwei LTR-102 1:1 am Anfang und Ende des langen Kabels und mit gut 3 dB Durchgangsdämpfung, aber starken Bassverlust am unteren Ende so eher nicht zu empfehlen.
Gelb ein LTR-102 mit 2:1 mit ca. 6 dB Durchgangsdämpfung, am unteren Ende fehlt 1 dB.
Rot zwei LTR-102, der auf der Sendeseite mit 1:1, der am Ende des 70 Kabels mit Ratio 2:1. Mit gut 7 dB Durchgangsdämpfung, am unteren Ende starker Bassverlust sowie ein HF-Peak nicht zu empfehlen.
Wenn man (orange) zwei LTR-102 verwendet muss ist der sendeseitige auf 2:1 und der am Ende auf 1:1 zu schalten, das ist in dem Fall die bessere Wahl. Man hat zwar nun 8 dB Dämpfung, der Höhenverlust ist verschmerzbar und der Bassverlust sind bei 32 Hz nur ca. 3 dB.
Dann habe ich noch ein paar Verzerrungswerte des LTR-102. Bei 18 dBu am Input messe ich bei 1 kHz 0,008 % Klirr am Ausgang, bei 40 Hz geht der Trafo so langsam in die Sättigung und dort sind es dann akzeptable 0,5 %
Zuerst trat der Fehler sporadisch auf, mal war der Screen etwas dunkler, dann funktionierte er wieder. Letztendlich blieb er ei ca. 50% der üblichen Helligkeit. Drehte man der Regler für die Bildschirmhelligkeit auf Maximum flackerte dieser ohne heller zu werden. Ohne Schaltplan gestaltete sich die Fehlersuche etwas aufwändiger. Der Wechsel des Touchscreens brachte nichts, der Austausch des Touchscreen Controller Boards auch nicht – hab jetzt noch eins rumliegen 😉
Letztendlich führte die Suche auf das Audio Board, dort sollen (in der Nähe des Lüfters) 10 Volt anliegen – mal waren es 7 Volt mal auch nur fünf – also den TPS5420, einen 2A Wide Input Range Step-Down Converter getauscht, der macht aus knapp 24 Volt diese 10 Volt für den Touchscreen, aber auch für die externe Pultbeleuchtung, dort müssen an den 4-poligen XLR-Buchsen zwischen Pin 3 & 4 auch diese 10 Volt anliegen.
Ein preisgünstiger Monitor mit 12-Zoll-Coax-Speaker, leider mit defekten 12er (Cod. 401020204).
Der intakte Hochtöner mit oxidiertem Gewindegang ließ sich nur mit einer großen Rohrzange! vom 12er trennen.
Im Nachgang noch eine Messung „Fullrange“. Allerdings mit dem defekten 12 Zoller, daher im Bassbereich nicht aussagekräftig. Gut zu sehen die linearphasige Entzerrung bis unter 500 Hz mittels FIR-Filter die dann 3,2 ms Latenz erfordert.
Hier sind neben dem Gesamtfrequenzgang (grün) das Filter für den Hochtöner (orange) sowie das Filter für den 12er (lila) zu sehen. Die Überhöhung bei ca. 300 Hz ist vermutlich dem defekten 12er anzulasten, die Bassanhebung bei 80 Hz finde ich mutig.
Der neue 12 er ist eingebaut 🙂 Hier Preset 1 bei einer Outdoormessung, leider war’s relativ windig (in grün), aber der Popschutz für das Messmikro bringt richtig was (lila).
Noch eine Anmerkung! Ohne einen steilen Hochpass um die 50 Hz würde ich diese Box mit Preset 1 (Live Monitor) nicht betreiben. Die massive Bassanhebung (gelb) bringt den 12er schnell an die Grenzen seiner Belastbarkeit 😉
Ein Kanal der besagten Endstufe PDA 3.0 versagte nach gut zwei Jahren seinen Dienst, der Channel 2 ging in „Protect“. Der Hersteller YME war so nett und lieferte kulant und sicher verpackt
in einem Holzkäfig mit Umkarton ein Ampmodul zum „Selbsteinbau“ 😉
Das Grundgerät war schnell demontiert, dabei fielen zu kurz abisolierte Kabel und fehlender Kantenschutz negativ auf.
und das betreffende AmpModul erfolgreich gewechselt.
Das regnerische Wetter lud heute zu ein paar Spielereien mit dem FIR-Designer von Eclipse Audio ein. Als Proband musste ein alter Lautsprecher meines ehemaligen Röhrenfernsehers (my first Sony) herhalten. Das Ergebnis ist recht ansehnlich bzw. hört sich besser an als zuvor. In Gelb das Original, Rot der zugehörige Filtersatz und das Ergebnis in Grün. Die Magnitude ist jetzt quasi flat, ebenso die Phase bis 500 Hz hinab.